Auch Pfle­ge­kos­ten sind er­satz­fä­hi­ge Scha­dens­po­si­tio­nen, wenn sie durch das schädigende Ereignis bzw. durch den hier­durch aus­ge­lös­ten Ge­sund­heits­scha­den ver­ur­sacht wer­den. Die kon­kre­te Be­rech­nung, in wel­cher Hö­he die Pfle­ge­kos­ten er­setzt wer­den, va­ri­iert nach den tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­sen. Wird ver­let­zungs­be­dingt ei­ne Un­ter­brin­gung in ei­nem Pfle­ge­heim nö­tig, sind die tat­säch­lich an­fal­len­den Pflegekosten an­zu­set­zen. Ein Ab­zug wird al­ler­dings für sol­che Pflegekosten vor­ge­nom­men, die sich der Ver­letz­te durch die Un­ter­brin­gung er­spart, weil ein ei­ge­ner Haus­halt nicht mehr ge­führt wird. Hier­zu zäh­len die Kos­ten für Mie­te und Ver­pfle­gung.

Kom­men meh­re­re Ar­ten der pfle­ge­ri­schen Be­treu­ung in Be­tracht, rich­tet sich der Scha­dens­er­satz da­nach, wie der Be­darf in der ge­wähl­ten Le­bens­ge­stal­tung tat­säch­lich an­fällt, wel­che Op­ti­on (Heim­un­ter­brin­gung oder häus­li­che Kran­ken­pfle­ge) der Ver­letz­te al­so ge­wählt hat. Ei­ne kos­ten­mä­ßi­ge Be­schrän­kung der Er­satz­fä­hig­keit auf die güns­tigs­te Mög­lich­keit gibt es nicht. Al­ler­dings um­fasst die Er­satz­pflicht nur die Aus­ga­ben, die ein ver­stän­di­ger Ge­schä­dig­ter in der kon­kre­ten Si­tua­ti­on vor­ge­nom­men hät­te, OLG Stutt­gart, Ur­teil vom 30.01.1997, 14 U 45/95. Wird ex­ter­nes Pfle­ge­per­so­nal an­ge­stellt, um den Ge­schä­dig­ten we­gen der Ver­let­zungs­fol­gen zu ver­sor­gen, sind die Brut­to-​Kos­ten er­satz­fä­hig. Bei ei­ner Ver­sor­gung durch Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge sind die markt­mä­ßi­gen Kos­ten ei­ner ver­gleich­ba­ren Ar­beits­kraft an­zu­set­zen, auch wenn die Ver­sor­gung un­ent­gelt­lich er­folgt. Al­ler­dings sind dann nur die fik­ti­ven Net­to-​Kos­ten zu er­set­zen.