Schadensersatz verständlich erklärt
Bonus und Sonderzahlungen beim Verdienstausfall
Ein Bonus kann garantiert, erfolgsabhängig, leistungsbezogen oder an weitere Bedingungen geknüpft sein. Für den Schadensersatz ist deshalb zuerst zu klären, ob und in welcher Höhe die Zahlung ohne das Ereignis wahrscheinlich angefallen wäre. Die Bezeichnung „Bonus“ beantwortet dies nicht.
Anspruchsgrundlage im Arbeitsverhältnis lesen
Arbeitsvertrag, Zielvereinbarung und betriebliche Regelungen zeigen, welche Voraussetzungen gelten. Frühere Zahlungen können die Einschätzung unterstützen, ersetzen aber nicht die Prüfung des betroffenen Jahres. Ein außergewöhnlich gutes Vorjahr ist nicht automatisch der richtige Maßstab.
Zielerreichung nachvollziehbar prognostizieren
Bei leistungsabhängigen Zahlungen sind bisheriger Stand, verbleibende Arbeitszeit und externe Faktoren wichtig. Wurde ein Ziel unabhängig von der Verletzung unerreichbar, kann das die Berechnung verändern. Bestätigungen des Arbeitgebers sollten die Annahmen erläutern und nicht nur eine gewünschte Summe nennen.
Bereits gezahlte Anteile einbeziehen
Teilzahlungen oder später korrigierte Abrechnungen gehören in den Vergleich. Dass der Arbeitgeber eine Zahlung verweigert, beweist allein noch nicht, dass der Schädiger genau diesen Betrag ersetzen muss. Gegebenenfalls sind arbeitsrechtlicher Anspruch und unfallbedingter Restschaden getrennt zu verfolgen. Eine klare Zuordnung verhindert doppelte Forderungen und macht die tatsächliche Einbuße sichtbar.