Schadensersatz verständlich erklärt
Den Schaden mit der Differenzmethode ermitteln
Zur Schadensberechnung werden die tatsächliche Vermögenslage und die hypothetische Lage ohne das Ereignis miteinander verglichen. Entscheidend ist der wirtschaftliche Unterschied. Ein Zahlungsausgang ist deshalb nicht immer bereits ein Schaden, und ein ausgebliebener Umsatz entspricht nicht automatisch einem entgangenen Gewinn.
Beide Seiten vollständig erfassen
Auf der tatsächlichen Seite stehen Ausgaben, verbleibende Werte und erhaltene Ersatzleistungen. Auf der hypothetischen Seite ist nachvollziehbar darzustellen, welche Einnahmen und Kosten ohne das Ereignis angefallen wären. Bei Prognosen reichen bloße Wunschvorstellungen nicht aus.
Vereinfachtes Rechenbeispiel
Ein konkret gebuchter Auftrag hätte 5.000 Euro Nettoerlös eingebracht. Wegen seines Ausfalls werden 1.800 Euro auftragsbezogene Kosten erspart. Unter der zusätzlichen Annahme, dass keine Ersatzaufträge möglich waren, beträgt die rechnerische Differenz 3.200 Euro. Das Beispiel belegt noch nicht die Haftung und ersetzt keine Prüfung weiterer Kosten oder Vorteile.
Typische Doppelzählung vermeiden
Wer entgangenen Gewinn bereits nach Abzug ersparter Kosten berechnet, darf dieselben Kosten nicht nochmals gesondert verlangen. Ordnen Sie jede Position einem Zeitraum und einem Beleg zu. Legen Sie offen, welche Werte feststehen und welche geschätzt werden. Das macht die Berechnung prüfbar und hilft, Einwände gegen einzelne Annahmen gezielt zu beantworten.